I love women - Jahresrückblick 2021

"I love women, I think they´re great
They´re a solace to the world in a terrible state"

Wie recht der wunderbare (leider bereits verstorbene) Sänger Lou Reed doch mit seinem Song "Women" hat.

Bei einem Blick zurück fällt mir auf, dass ich im Jahr 2021 mit überdurchschnittlich vielen tollen Frauen segeln durfte.
Herzlichen Dank dafür, es war mir ein Fest.

"They´re blessing to the eyes, a balm to the soul
What a nightmare to have no women in the world

I love women. I love women. I love women. We all love women."

Natürlich bin ich auch mit echt tollen Kerlen unterwegs gewesen. ;-)

Der Song "Women" erschien übrigens 1982 auf "The blue mask", einem der besten Alben aller Zeiten.

Das besondere Boot "Aquamare" - Yacht 02/2022

In der "Yacht"-Rubrik "Das besondere Boot" habe ich schon viele Segelyachten und -schiffe vorgestellt. Interessanterweise habe ich aber nie eine Yacht aus GfK porträtiert. Das hat sich nun geändert.

"Aquamare" ist eine Yacht vom Typ Biga. Wobei sie als "Biga 262 PLUS" oder "Biga 282" ein Unikat ist. Der Ersteigner wünschte sich eine etwas größere Version des damaligen Modells "Biga 262". Also wurde die geräumigere, komfortablere "Aquamare" gebaut. 2021 kam die Yacht in ihren neuen Heimathafen Nordenham an die Weser.

Ich durfte von dort aus an einem windig grauen Oktobertag mitsegeln und mich davon überzeugen, dass auch ein "Plastikboot" durchaus seinen Charme haben kann. Zumal, wenn der GfK-Rumpf mit so viel hochwertig verarbeitetem Holz kombiniert ist.

Eine sehr gelungene Premiere also. Oder, wie der zuständige Redakteur es kommentierte: "Ist doch schön, dass du auch mal in der Moderne angekommen bist."

Porträt Malerin Franziska Brix - Yacht Classic 01/2022

Im Frühjahr veröffentlichte ich in den Niederlanden ein Foto des Zeesboots FZ 69 "Klara" als Titelbild von "Spiegel der Zeilvaart". "Vielleicht freuen sich die Eigner ja darüber, das Foto dort zu sehen", überlegte ich mir und nahm Kontakt zu Franziska Brix in Berlin auf. Schnell erfuhr ich, dass die Seglerin maritime Malerin ist und wollte darüber natürlich mehr erfahren.

Ende August wurde ich von Franziska und ihrer Familie sehr herzlich in Wustrow empfangen. Im dortigen Bootsschuppen durfte ich ihr bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die Sommerwochen verbringt die Berlinerin hier am Bodden und sammelt zahlreiche Eindrücke für ihre späteren Werke. Die Segeltörns auf der 1988 in Dänemark gebauten Drivkvase "Klara" dienen ebenfalls als Inspiration.

Ich hatte auch noch das Vergnügen, auf dem wunderbaren Holzboot mitsegeln zu dürfen und fuhr später mit dem guten Gefühl nach Hause, einen perfekten Arbeitstag gehabt zu haben. Mein Porträt der Malerin und Drivkvase-Eignerin Franziska Brix ist in der aktuellen Ausgabe von "Yacht Classic" zu lesen. www.schuppenkunst.de

Das besondere Boot "Lone Star" - Yacht 22/2021

2021 führten mich gleich mehrere Recherchen an die Ostsee. In Heiligenhafen war ich zu Gast auf der "Lone Star", der Vereinsyacht des Yacht-Club Nürnberg (YCN).

1969 wurde die Mahagoni-Yacht bei Matthiessen & Paulsen in Arnis an der Schlei gebaut, um damit am Admiral´s Cup teilzunehmen. Seit 1976 läuft die Yacht unter dem Stander des YCN, 1981 wurde sie dessen Vereinsyacht.

Die Franken nutzen ihre Yacht für vereinseigene Ausbildung und legen auch bei den Reisetörns großen Wert auf gute klassische Seemannschaft. Toll, zu sehen, dass es heute tatsächlich noch Yachten ganz ohne Rollsegel gibt. Insgesamt wirkt die "Lone Star" etwas aus der Zeit gefallen. Hier spielt Seetauglichkeit an und unter Deck noch eine tragende Rolle: wie schön!

Leider fand mein Besuch auf der "Lone Star" an einem der zahlreichen Flautentage der Saison statt. Glücklicherweise bekamen wir aber mit Archivfotos des Yacht-Club Nürnberg doch noch ein wenig Action in die Bebilderung des 8-Seiten-Artikels.

 

Das besondere Boot Skoit 33 Trek - Yacht 17/2021

Meine Lieblingsrubrik in der "Yacht" ist "Das besondere Boot". Hierfür durfte ich schon viele interessante Boote, Yachten und Schiffe und ihre meist ebenso tollen Eigner/innen kennenlernen. Irgendwann kam bei mir die Vermutung auf, dass ich bei einer entsprechenden Recherche auch "mein" Boot finden werde.

Tatsächlich entdeckte ich vor einigen Jahren den Entwurf "Skoit 33 Trek" des Amsterdamer Konstrukteurs Henk Luunstro. 1980 gezeichnet, sind hier traditionelles Aussehen, seegängie Segeleigenschaften einer Yacht, familienfreundliche Innenaufteilung und Tauglichkeit für ein möglichst großes Fahrtgebiet vereint. Der Stahlknickspanter hat dank eines Mittelschwerts einen variablen Tiefgang und kann so das von mir geliebte Wattenmeer nicht nur befahren, sondern dort auch problemlos trockenfallen. Lange Rede, bevor ich die Skoit in der "Yacht" vorstellte, kaufte ich im Herbst 2019 die zur Gaffelslup umgeriggte Baunummer 5.

Für meinen Artikel war ich auch auf der 1993 als Baunummer 11 mit der ursprünglichen Gaffel-Schonertakelung entstandenen "Mallemok". Verwendet wurden dann letztlich Aufnahmen der Skoits "Mallemok", "Jonathan", "Peric bleu" und meiner SKANA.

 

Kollision "No. 5 Elbe" - "Astrosprinter" - Yacht 15/2021

Zwei Jahre nach der Kollision des deutschen Traditionsschiffs "No. 5 Elbe" mit dem Container-Feederschiff "Astrosprinter" erschien der 115 Seiten umfassende Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU).

Ich habe diesen für die "Yacht"-Leserschaft analysiert. Auffällig ist, dass am Pfingstsamstag 2019 niemand, der an oder auf der Elbe in das Geschehen involviert war, fehlerfrei arbeitete. Mit der Schuldfrage muss sich die Staatsanwaltschaft Itzehoe noch beschäftigen. Der BSU-Bericht dient ausdrücklich nicht zu deren Klärung. Dieser (vermeidbare) Seeunfall wird also noch eine ganze Weile für Gesprächsstoff sorgen. 

Auch, weil die 18 Sicherheitsempfehlungen der BSU vielen Traditionsschiffern zu umfangreich erscheinen. Ich habe den Leiter der BSU, Ulf Kaspera, und den leitenden Untersucher dieses Seeunfalls, Dirk Dietrich, deshalb im Interview gefragt, ob sie die Traditionsschifffahrt unter Generalverdacht stellen.

Bebildert ist der sechs Seiten lange Artikel mit Archivaufnahmen, u.a. aus dem Untersuchungsbericht.

 

Probleme der Traditionsschifffahrt - Yacht 14/2021

Verschärfte Sicherheitsbestimmungen in der überarbeiteten Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) und Corona-bedingte Einnahmenausfälle setzen der deutschen Traditionsschifffahrt zu.

19 der knapp über 100 Traditionsschiffe unter deutscher Flagge droht aktuell das Aus. Da die Auflagen der SchSV nicht erfüllt werden können, kann die BG Verkehr, Abteilung Schiffssicherheit, kein für Gästefahrten zwingend erforderliches Sicherheitszeugnis ausstellen. Ohne Gästefahrten lässt sich das für den Unterhalt eines Schiffes nötige Geld nicht verdienen. Ein Teufelskreis.

Mein Kollege Lasse Johannsen hat sich in der Szene umgehört, wie dramatisch es aktuell für einige Schiffsbetreiber aussieht.

Ich durfte zu seinem sechsseitigen Artikel zwei Bilder beisteuern. Den Aufmacher von Bord des Bremer Klippers "Verandering", dessen Crew (noch) keine Existenzängste haben muss. Außerdem ein Bild von alten dänischen Holzschiffen auf dem Limfjord - das sind zwar keine deutschen Traditionsschiffe, aber mit Einnahmeausfällen durch Corona haben die Schiffsbetreiber aller Länder zu kämpfen.

 

Leuchtturm Roter Sand - Yacht 11/2021

Er ist der wohl bekannteste und für viele Liebhaber auch der schönste Leuchtturm an der deutschen Küste: Roter Sand in der Außenweser. Das Feuer der 1885 gebauten, ersten Offshore-Konstruktion der Welt wurde bereits 1986 abgeschaltet. Doch auch als reines Tagessichtzeichen hat der Turm noch eine große Fangemeinde.

Wind, Wellen und Salz setzen dem Offshore-Turm jedoch schwer zu. 1987 und in den Jahren 2011/12 waren deshalb umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Und nun besteht wieder akuter Handlungsbedarf. Auf rund 12,5 Millionen Euro schätzen Experten die Kosten für den nötigen Sanierungsaufwand am Denkmal.

Die "Yacht" berichtet über die möglichen Sanierungsansätze, um den Leuchtturm nicht dauerhaft an die See zu verlieren. Bebildert ist der Artikel mit einer meiner Aufnahmen des wunderschönen Leuchtturms, der rund 30 Seemeilen nördlich von Bremerhaven steht.

Ein guter Anlass, noch ein paar weitere meiner Aufnahmen zu zeigen, die bei zahlreichen Passagen des Turms entstanden sind.

 

Kielwasser-Interview mit ReBoat-Chefs - Yacht 09/2021

Die allermeisten Yachten werden seit vier Jahrzehnten aus GfK (glasfaserverstärktem Kunststoff) hergestellt. Das pflegeleichte Material hält lange, dennoch gibt es zehntausende Yachten und Sportboote, die irgendwo vor sich hingammeln, weil sie niemand mehr nutzt.

Was tun mit solchem Sondermüll? Während die Entsorgung von Booten in anderen europäischen Ländern bereits verbindlich geregelt ist, werden Eigner in Deutschland bisher mit der Frage alleine gelassen.

Um das zu ändern, gründeten Jens Mahnke und Mark Walberg im Herbst 2020 in Hamburg das Unternehmen ReBoat. In Bremerhaven und Bremen lassen die beiden Geschäftsführer ausgemusterte Boote fachmännisch entsorgen. Alle Bestandteile kehren in den Materialkreislauf zurück. Ich interviewte Mahnke und Walberg per Videokonferenz für die "Yacht"-Rubrik "Kielwasser".

Ich bin schon sehr gespannt darauf, mir einen kompletten Zerlegungsprozess anzuschauen. Das ist sicher ein wenig schaurig.

ak Yacht2109

"Firecrest II" im Piekfall No. 134

In der Aprilausgabe 2021 (No. 134 - Titelbild von its-foto) von "Piekfall - Mitteilungsblatt für die Freunde des Gaffelriggs" stelle ich den kleinen Kutter "Firecrest II" auf fünf Seiten vor.

Der Seemann, Flieger, Schriftsteller, Filmautor und multimediale Künstler Clemens Richter hat seinen Holzkutter von 1999 bis 2006 selbst gebaut. Es ist sein zweiter Eigenbau. Mit der ersten "Firecrest" ist er unter anderem eine große Nordatlantikrunde gesegelt.

Richter, der ein ausgeprägtes Faible für die Vergangenheit hat, hat jede Menge tolle Detaillösungen auf seiner lediglich 6,50 Meter langen, aber vollständig ausgerüsteten und unheimlich gemütlichen Yacht untergebracht.

Seinen "Ruhepol" nennt Richter die "Firecrest II". Hier erlebt man puristisches Segeln wie in einer anderen Zeit.

Ich erinnere mich noch sehr gerne an den - schon einige Zeit zurückliegenden - gemeinsamen Tag auf der Eckernförder Bucht.