Das besondere Boot Norske Jagt "Norden" - Yacht 24/2020

1870 lief im norwegischen Skånevik eine der damals zahlreichen Norske Jagten vom Stapel. Die "Norden" ist bis heute in Fahrt und feiert somit ihren 150. Geburtstag.

Seit über 30 Jahren segelt die "Norden" unter deutscher Flagge. Kapitän Peter Fleck vermittelte an Bord seines Traditionsschiffs unter dem Motto "Heute Segeln wie gestern" zahlreichen Trainees die traditionelle Seemannschaft. Nach vielen ereignisreichen Törns sieht Fleck nun jedoch die Zeit gekommen, seine Norske Jagt in jüngere Hände abzugeben. Ich traf den 64-Jährigen an einem extrem verregneten Montag Anfang Oktober an Bord seines Holzschiffes. Das weiß nach wie vor mit seinen hübschen Linien zu begeistern. Obwohl an vielen Stellen deutlich erkennbar ist, dass dringend Sanierungsarbeiten anstehen.

In der Zeitschrift "Yacht" stelle ich dieses Besondere Boot auf sieben Seiten vor. Für die stark gebeutelte Flotte deutscher Traditionsschiffe ist sehr zu hoffen, dass diese 150-Jährige einen weiteren Liebhaber findet und noch lange in Fahrt gehalten wird.

 

Interview mit Dr. Frederic Theis - Yacht 24/2020

Die Ausstellung "Karten Wissen Meer" informiert im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven (DSM) über die Geschichte und Bedeutung der Seekarte. Corona-bedingt leider vorerst nur digital.

Ich habe die Wanderausstellung schon am ersten Ausstellungsort, dem Haus der Wissenschaft in Bremen, besucht. Und den Kurator Dr. Frederic Theis zum Interview getroffen. Er erzählte von der enormen Bedeutung der Seekarten für frühere Handelskapitäne. Sie ergänzten und berichtigten die nautischen Unterlagen fortwährend um ihre eigenen Beobachtungen. Nach ihrer Rückkehr stellten sie ihre Aufzeichnungen den Kartografen der Hydrografischen Institute zur Verfügung.

Theis weiß aus eigener Segelpraxis um die bis heute andauernde Wichtigkeit der Papierkarten, die im Schatten der Kartenplotter immer weniger Wertschätzung erhalten. Das Interview ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Yacht" nachzulesen. Das Aufmacherfoto von Frederic Theis stammt von seinem DSM-Kollegen Niels Hollmeier.

 

Deutsche Schiffahrt: Heringslogger BV2 "Vegesack"

1895 wurde der Segellogger "Vegesack" aus Eisen gebaut. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges fuhr die Gaffelketsch mit dem Fischereizeichen BV2 auf Heringsfang, dann als Frachtschiff.

Nach 40 Jahren in Schweden kam die BV2 1980 zurück nach Deutschland und 1989 wieder in ihren Heimathafen an der Lesum. Dort hatten die ehrenamtliche Crew und die Betreibergesellschaft für April 2020 die Geburtstagsfeier zum 125. geplant. Stattdessen gehört dieses für die Geschichte Vegesacks so bedeutete Schiff nun zu den zahlreichen deutschen Traditionsschiffen, deren weitere Existenz aufgrund der Corona-bedingten Einnahmenausfälle massiv bedroht ist.

Ich stelle den Segellogger BV2 "Vegesack" im Magazin "Deutsche Schiffahrt" (2.2020) des Fördervereins Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven auf sechs Seiten vor und hoffe sehr, dass dieses tolle Schiff noch lange weiter als Traditionsschiff erhalten bleibt.

bv2-vegesack.de

Deutsche Schiffahrt: Heringsfängermuseum Heimsen

Auf vier Seiten stelle ich im Magazin "Deutsche Schiffahrt" (2.2020) des Fördervereins Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven das Heringsfängermuseum Heimsen vor.

Hier aus dem tiefsten Binnenland, jenem "Zipfel" Nordrhein-Westfalens, der weit nach Niedersachsen hineinreicht, stammte ehemals ein Großteil der Vegesacker Loggerbesatzungen. Die 1895 gegründete Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft war lange Zeit wichtigster Arbeitgeber der Gegend und brachte mit der Heuer der Seeleute einen gewissen Wohlstand in die ostwestfälischen Dörfer.

Das ansprechende Museum zeigt den beschwerlichen Alltag an Bord der Logger. Es erzählt auch, dass die Frauen der Seeleute in ihren bunten Trachten in Vegesack berühmt berüchtigt waren. Kamen sie doch während der kurzen Hafenzeiten, um die Heuer einzusammeln, bevor sie in den Hafenkneipen verschwand. Nach der Fangsaison bestimmten wieder Landwirtschaft und Handwerk das Familienleben.

www.heringsfaengermuseum.de

Schiffsporträt MS "Cape Race" - Goose No. 36

Ich habe schon einige Schiffsporträts geschrieben und fotografiert - bisher jedoch ausschließlich über Segelschiffe. Mit der MS "Cape Race" fand an einem stürmischen Februartag mit Schneetreiben meine Motorschiff-Premiere in Hamburg statt.

Die "Cape Race" wird künftig vom mareVerlag für sehr individuelle Kreuzfahrten in die Arktis eingesetzt. Das Team um "mare"-Herausgeber und -Chefredakteur Nikolaus Gelpke hat den ehemaligen kanadischen Fischkutter dafür aufwändig saniert. Das 1963 gebaute Schiff ist jetzt technisch auf dem neustem Stand und bietet maximal zwölf Gästen ein sehr geschmackvolles Ambiente. Zu den Annehmlichkeiten gehören neben dem Kaminofen im Salon und der Sauna auf dem Vorschiff auch eine gut sortierte Bordbibliothek. 

Erschienen ist mein Schiffsporträt der MS "Cape Race" in "Goose" (No. 36 Summer 2020), dem Kundenmagazin der Yachtwerft Robbe & Berking Classics in Flensburg. Ebenfalls eine Premiere.

www.mscaperace.com

 

Deutsche Schiffahrt: Zeesboot FZ 110 "Fortuna"

Im Magazin "Deutsche Schiffahrt" (1.2020) des Fördervereins Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven stelle ich das Zeesboot / Flunderboot FZ110 "Fortuna" auf sieben Seiten vor.

"Fortuna" entstand 1910 auf der Jarling-Werft in Freest. Zur spannenden Geschichte des Bootes gehört auch eine Republikflucht aus der DDR. Heute ist das Flunderboot das größte noch erhaltene Zeesboot. Eigner Uwe Grünberg hat das Boot authentisch restauriert und ist sich seiner Verantwortung bewusst, "dieses Boot als Teil der Fischereigeschichte für die nächste Generation zu erhalten".

Im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven ist das Fragment des Zeesboots SAP.001 "Schaprode.001" ausgestellt. Dessen Geschichte beschreibe ich ebenfalls kurz.

Wer irgendetwas über Zeesboote wissen möchte, findet auf der Homepage des "Fortuna"-Eigners Uwe Grünberg die umfangreichste Informationssammlung:

www.braune-segel.de

Revierreport NE-Küste Großbritannien - Yacht 07/2020

2019 habe ich meine Begeisterung für England entdeckt. Kurz vor unserem Familienurlaub in Devon und Cornwall war ich an Bord der Segelyacht "Polaris" an der Nordost-Küste Großbritanniens unterwegs.

Von Bremerhaven über Helgoland segelten (und motorten wegen Flaute auch viele Stunden) wir zunächst in die ehemalige Walfängerstadt Hull am River Humber. Von dort ging es nach Norden an der Küste entlang. Unter anderem ins wunderschöne Whitby, zur Insel Lindisfarne, wo die Wikinger mit ihren Raubzügen in England begannen, nach Newcastle und zum Bass Rock - einem Felsen im Meer, auf dem eine der größten Basstölpel-Kolonien der Welt lebt. Beeindruckende Natur, sehr spannende (maritime) Geschichte und anspruchsvolle längere Etappen zwischen den Häfen bescherten uns einen extrem abwechslungsreichen und lohnenden Törn.

In der Zeitschrift "Yacht" stelle ich das Revier auf acht Seiten vor. Und kann damit hoffentlich weitere deutsche Segler für einen Segelurlaub an der britische Ostküste begeistern.

 

Bildungszeit „Wale und Menschen“ vom 20. bis 24. April 2020

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen wir den Termin leider absagen. Die Bildungszeit wird auf 2021 verschoben.

Menschen an der Weser haben seit Jahrhunderten eine Beziehung zu Walen. „Grolanner“ wurden die Seeleute aus Bremen Nord genannt, die im 19. Jahrhundert auf Grönlandfahrt Wale jagten. Im Pazifik stellten später Schiffe unter Bremer Flagge Pottwalen nach – eines fand gar Erwähnung in Hermann Melvilles Meisterwerk „Moby Dick“.

Wie lebte es sich auf einem Walfangschiff? Wie sah die Verpflegung aus? Was taten die Matrosen während der langen Wartezeit bis zur nächsten Walsichtung? Fragen, die ich als Referent während der fünftägigen Bildungszeit „Wale und Menschen an der Weser. Eine Beziehung im Wandel der Zeit“ beantworten werde.

Unterrichtsraum ist das Traditionsschiff „Verandering“ von 1898 – natürlich auf der Weser. Ab/ an Bremerhaven werden wir selbst Ausschau nach Schweinswalen halten. Die kleine Zahnwalart schwimmt seit einigen Jahren wieder im Frühjahr Jade, Weser und Elbe hinauf, um Fisch zu jagen. Die Anwohner können sich aktiv an der Erforschung des einzigen dauerhaft in Deutschland heimischen Wals beteiligen. Ich verrate wie.

Pommersche Seequatze "Ernestine" im Piekfall No. 130

Seit September 2019 bin ich selbst Eigner eines Gaffelseglers. Da war es selbstverständlich, nun aber wirklich endlich mal Mitglied in der Vereinigung Freunde des Gaffelriggs zu werden.

Einen ersten Beitrag im "Piekfall - Mitteilungsblatt für die Freunde des Gaffelriggs" durfte ich auch gleich beisteuern. In der Dezemberausgabe 2019 (No. 130 - Titelbild von Thees Fock) stelle ich die wunderschöne pommersche Seequatze "Ernestine" vor. Das Holzschiff von Tilmann Holsten und Nele Hybsier wurde 1899 gebaut und feierte somit gerade seinen 120. Geburtstag.

2020 wird die "Ernestine" ab Anfang Juli eine ausgedehnte Ostseerunde gegen den Uhrzeigersinn drehen, wofür Kojen gechartert werden können. Die Reise wird bis zur Insel Saaremaa im Norden des Rigaischen Meerbusens führen. Schon früher segelten Seequatzen bis zu dieser estländischen Insel, die auch Ösel genannt wird, und luden dort Gelbaal.

www.ernestine-segeln.de

"Seestücke" im Schiffahrtsmuseum Unterweser

Am dritten Advent biete ich meine maritimen Fotomotive als Leinwanddrucke, Drucke auf Holz oder Postkarten, meine Bücher und weiteres Maritimes im Schiffahrtsmuseum Unterweser an.

Im Museumsgarten und um das Museum im Haus Borgstede & Becker in Brake findet ab Donnerstag, 12. Dezember, wieder der "Schneeflöckchenmarkt" statt. Ich bin mit meinem Stand von Freitag bis Sonntag (13. bis 15. Dezember, 11 bis 21 Uhr, am Sonntag bis 18 Uhr) im Erdgeschoss des Museums zu finden.

Außerdem werden Kunsthandwerk, Weihnachtliches, Musik, ein Rumtasting von Timbercoast mit den Rumsorten, die auf dem Frachtsegler "Avontuur" transportiert wurden, und Weihnachtsdeko-Basteln für Kinder angeboten.

Dass der Besuch des Museums (aktuell mit der Sonderausstellung "Carl Rudolph Brommy – Admiral der Revolution?") sich natürlich jederzeit lohnt, sollte ohnehin klar sein.

www.schiffahrtsmuseum-unterweser.de/...